Corona und die Finanzmärkte: Herdenimmunität erreicht

Neuwied, 3. Oktober 2020
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
 

die Börsen haben dank der Geldspritzen der Notenbanken offensichtlich schon sehr schnell eine Herdenimmunität erreicht. Während für das Virus noch ein Impfstoff gefunden werden muss, werden die wirtschaftlichen Folgen von Rezessionen seit über 30 Jahren mit der Verabreichung von Geld- und Liquiditätsspritzen behandelt.

Die Therapien scheinen zu wirken. Der Glaube daran ist in den Köpfen der Börsianer fest verankert. Wie bei allen Medikamenten besteht die Gefahr, dass sich mit der Zeit Resistenzen bilden oder die Nebenwirkungen das Wohlbefinden, ähnlich wie die Krankheit selbst, beeinträchtigen können. Die Investitionsneigung der Unternehmen fällt seit Jahren unterdurchschnittlich aus. Die Stachel der Finanzkrise, der Euro-Krise, der Brexit-Entscheidung und der Trumpschen US-Politik sitzen tief, aber die Geld- und Fiskalpolitik scheint alle Wunden heilen zu können.
 
In Krisenzeiten müssen Bürger versorgt, Unternehmen gerettet und Banken abgeschirmt werden. Es gilt wegbrechende Umsätze und Einkommen für eine Zeit lang zu kompensieren, damit Rechnungen und Verbindlichkeiten beglichen werden können. Grundsätzlich besteht hierüber Einigkeit. Was hülfe es den Sparern, wenn Kredite nicht mehr bedient werden und Banken anschließend kollabieren? Diese Katastrophe ereignete sich 1929 und löste die Weltwirtschaftskrise aus. Kurzarbeitergeld, Sozial-Zuschüsse und staatliche Investitionsprogramme sichern nun die Zahlungsfähigkeit, die Beschäftigung und damit die Einkommen der Menschen. Wie bereits angesprochen, wurde in den letzten 30 Jahren jede Krise mit Geld- und Liquiditätsspritzen behandelt. Mit der Corona-Pandemie sind die Zinsen nun endgültig auf ein Quasi-Null-Niveau angekommen. Eine Vielzahl von Staaten und Unternehmen erhalten Kredite zu Null-Konditionen, die folglich ohne Kostenaufwand zu bedienen sind. Dies sind jedoch keine paradiesischen Zustände. Die Not, nicht die Kontrolle über die Kapitalmärkte und die Wirtschaft zu verlieren, begann schon mit dem Platzen der Internet-Blase 2000, verstärkte sich in der Finanzkrise 2008/2009 und mündete mit Covid-19 in die faktische Null-Zins-Welt. Nach dem Sieg des Kapitalismus über den Sozialismus 1989 ist dieser nun offensichtlich selbst in der misslichen Lage, sich unter Aufgabe seiner Dogmen retten zu müssen. Lesen Sie im beigefügten „Marktfokus kompakt“ über
  • die noch nicht überwundene Covid-19-Pandemie
  • die Gründe für die Entspannung an den Kapitalmärkten
  • die wirtschaftlichen Trends und Perspektiven
  • die Optionen bei zunehmenden Schulden
  • die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Mutterland des Kapitalismus den USA
  • die Möglichkeiten der Vermögenssicherung in unsicheren Zeiten.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich wünsche Ihnen entspannte und erholsame Herbsttage. Bleiben Sie gesund!
 
Ihr
Michael Scheidgen
 

Quartalskommentare Archiv

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